was ist ein Zahnherd

Der Zahnherd in der ZahnMedizin

Im Volksmund bedeutet Herd eine Infektion, ein Zahnherd ist also eine Infektion vom Zahn ausgehend. Eine gesunder Zahn kann keine Infektion verursachen, meistens kommt es aufgrund tiefer Karies zu einer Infektion des Zahnnervs und später zu einer Infektion des umliegenden Knochens. Im Röntgenbild sieht der Zahnarzt einen dunklen Fleck um die Wurzelspitze. Da durch die Infektion Knochen zerstört wird, dringen Röntgenstrahlen leichter durch – das verursacht am Röntgen Film den dunklen Fleck. Immer wenn Röntgenstrahlen abgehalten werden, dann entsteht ein weißer Fleck. Bis durch die Entzündung so viele Knochen abgebaut ist, dass der Knochenabbau im Röntgen sichtbar wird, können Tage, Wochen, ja sogar Monate vergehen, abhängig von Ihrem Immunsystem, der Anzahl und Aggressivität der Bakterien und der Wurzelkanal Anatomie.

Beschwerden müssen nicht den Röntgenaufnahmen entsprechen, so können sie starke Schmerzen haben und am Röntgenbild ist nichts zu sehen und umgekehrt. Die Behandlung eines Zahnherdes ist in der Regel die Wurzelbehandlung. Durch die Wurzelbehandlung wird der zerstörte Zahnnerv samt Bakterien entfernt und der Knochen um die Wurzelspitze kann so austeilen. Immer wieder stellen Betroffene die Frage ob denn ein Zahnherd gefährlich sein kann. Jede Infektion im Körper, unabhängig der Lokalisation, kann von einem langsamen chronischen Verlauf in einen akuten, ja sogar manchmal lebensbedrohlichen Verlauf münden. So beobachtet man bei Patienten mit beherdeten Zähnen vor allem zum Sommerbeginn und somit zur Urlaubszeit akute Abszesse. Aufgrund der im Sommer leicht erhöhten Körpertemperatur, kommt es zu einer erhöhten Bakterien Teilung und auch die Durchblutung des Gewebes nimmt zu, so dass mehr Immunzellen vor Ort der Infektion sind. Das kann dazu führen, dass sich eine akuter Abszess bildet, Kieferabszesse können mitunter lebensbedrohlich sein. Deshalb sollten immer alle Infektionen behandelt werden, auch wenn sie keine Schmerzen oder Beschwerden haben.

Zwar versucht der Körper chronische Infektionen abzukapseln, indem um die Infektion Gratulationsgewebe gebildet wird und der gebildete Eiter durch eine Fistelgang abgeleitet wird, aber das gelingt nicht immer. Gratulationsgewebe ist Narbengewebe, dadurch kann der Körper die Bakterien ein wenig eindämmen, jedoch geht unweigerlich immer mehr gesundes Gewebe, in unserem Fall Kieferknochen, verloren. Die Entzündung zerstört also mehr und mehr Gewebe, gleichzeitig bildet sich um die Entzündung neues Gratulationsgewebe und so bildet sich innerhalb der unterschiedlichen Gewebelogen ein Weg, der Arzt spricht von einem Fistelgang. Im optimal Fall mündet der Fistelgang in die Mundhöhle, oder die Körperoberfläche. Manchmal jedoch mündet solch ein Fistelgang auch ins Körperinnere, so entstand vermutlich der Volksglaube, dass jeder Zahn mit einem Organ zusammenhängen würde. So findet man in anatomischen Museen Fistelgänge, die z.B. von einem beherdeten Unterkieferzahn, bis in den Magen durchgebrochen sind.

Videos zum Thema Zahnherd auf Youtube

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Es beginnt mit einer Pulpitis

Sie haben für kurze Zeit Schmerzen, dann reagiert der Zahn nicht mehr auf Kälte

zudem kommt es bei der Wurzelbehandlung häufig zu Komplikationen

weil z.B. zu kurz die Kanäle gspült werden

oder ohne Kofferdam gearbeitet wird

oder weil mit unsterilen Instrumenten bei der WB gearbeitet wird

oder weil bei der WB ein Instrument abbricht

oder weil die Wurzelbehandlung einfach nicht besser gelingt

so entsteht also der Zahnherd

Sie merken vielleicht eine Fistel am Zahnfleisch

einige entwickeln eine Knochenentzündung

der Arzt sieht einen dunklen Fleck im Röntgen

nun sollte eine gründliche Wurzelbehandlung erfolgen – oder eine Revision der alten WB, aber nicht gleich eine Wurzelspitzenresektion

 

 

Belsky

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