wie entsteht eine Zahnfistel

Zahnfistel Geschichte

kleine Zahnfüllung – große Zahnfüllung – Wurzelbehandlung – Zahnfistel – Wurzelspitzenresektion – Zahnextraktion

Kommt Ihnen diese „Zahnherd Geschichte“ bekannt vor? Ja / nein? So oder so, wir möchten Ihnen die klassische Zahnherd Geschichte ein wenig erklären, vielleicht hilft dieses Wissen die Zahnherd Geschichte zu meiden.

Ursachen für eine Zahnfistel

Karies ist eine durch Bakterien verursachte Erkrankung, sobald die Bakterien den Zahnnerv erreicht haben spüren Sie Schmerzen und der Zahnarzt muss eine Wurzelbehandlung durchführen. Solange die Karies nur im Zahnschmelz lokalisiert ist – sogenannte Initialkaries, kann durch eine Kariesversiegelung, der Zahn – ohne bohren – gerettet werden. Sobald die Karies das Zahnbein (Dentin) erreicht, muss der Zahnarzt den Bohrer in die Hand nehmen. Karies und immer größer werdende Füllungen sind aber nicht die einzigen Gründe, wieso es häufig zu Wurzelbehandlungen kommt, auch physikalische Schäden, wie zum Beispiel zu viel Hitze beim Zahnbeschliff kann eine Wurzelbehandlung zur Folge haben.

Sie haben Ihre Kronen eingesetzt bekommen und nun haben Sie Schmerzen. Warum kann es zu Zahnschmerzen kommen? Bei einem Kronenbeschliff kommt es zwangsläufig zu einer Erwärmung des Zahnstumpfes durch den rotierenden Bohrer. Um eine Überhitzung zu vermeiden wird deshalb mit Wasser gekühlt. Bei zu wenig Wasser und/oder zu festem Druck und/oder stumpfen Instrumenten kann es trotzdem zu einer Überhitzung des Zahnes kommen – die Folge ist ein Entzündung des Zahnnervs, eine sogennante Pulpitis. In weiterer Folge stirbt der Zahnnerv meistens ab. Aber auch diverse Chemikalien bei Füllungslegung, oder aber eine lange Zeit nicht behandelte Parodontitis kann Schäden am Zahnnerv verursachen. Die Folge ist dann ebenfalls eine Wurzelbehandlung.

Deshalb sollte an Zähnen so wenig wie möglich gebohrt und hantiert werden um Wurzelbehandlungen zu verhindern. Gute häusliche und professionelle Mundpflege, zusammen mit guten zahnärztlichen Materialien (Keramik, Gold, oder Titan) hilft Schaden von Ihren Zähnen zu bewahren. Nur Kronen, Inlays ohne Änderung Ihrer häuslichen Putztechnik bringt gar nichts, auch die besten Kronen und Inlays werden bei schlechter Mundhygiene wieder undicht und/oder die Zähne kariös. Nur die Umstellung der häuslichen Zahnpflege und belassen günstiger Füllmaterialien (Kunststoffe, Amalgame, Zemente) nützt ebenfalls wenig, denn trotz bester Mundhygiene werden diese Füllmaterialein nach 2-8 Jahren wieder undicht, wieder muss gebohrt werden und wieder ein Füllungswechsel. Die Gefahr der „Zahnnervreizung“ steigt bei jedem Mal. Deshalb ist es wichtig sich ein wenig mit der richtigen Putztechnik auseinander zusetzten, dann müssen Sie sich nur noch einen gewissenhaften Zahnarzt suchen und in gute Materialien investieren – so kann die Zahnherd durchbrochen werden!

Der umgangssprachlich bezeichnete“ Zahnnerv“ besteht aus Blutgefäßen, Lymphgefäßen, Bindegewebe und Nervengewebe – der Arzt spricht vom Endodont, oder der Pulpa. Wird das Endodont gereizt entsteht eine Entzündungsreaktion. Dies führt in der Regel zum Absterben des Endodonts. So wie das Schweinefleisch zu faulen beginnt wenn es zu lange ungekühlt auf dem Küchentisch liegt, beginnt auch das Endodont zu faulen, wenn es abgestorben ist. Ist Karies die Ursache für das Absterben des Zahnnervs gewesen, dann kommen zu den Fäulnisprodukten des Endodonts auch noch Bakterien hinzu, die zusätzlich den umliegenden Knochen schädigen. Das zerstörte Endodont schädigt also den umliegenden Kieferknochen – eine Wurzelbehandlung stoppt diese Entwicklung! Diese Prozesse können mit Schmerzen einhergehen, können aber auch ganz schmerzlos ablaufen – der Arzt spricht von einer Pulpitis mit nachfolgender Pulpennekrose.

Das Endodont ist also ein Gewebe, Umgangssprachlich spricht man vom Zahnnerv. Ziel einer Wurzelbehandlung ist es das abgestorbene Endodont aus dem Zahninneren zu entfernen und das bis zur Wurzelspitze! Der Zahnhohlraum muss sauber und möglichst keimfrei sein, denn nur so kommt die Entzündung im umliegenden Knochen zum Stillstand! Der Zahn ist zwar ein Mineral, also fast wie ein „Stein“ und somit „leblos“, von dem Hohlraum aber in dem das Endodont war führen viele kleine Seitenkanäle quer durch den Zahn. Dieses „Kammersystem“ beinhaltet also abgestorbenes Gewebe und bietet Bakterien somit Nährstoffe und zudem einen idealen Schlupfwinkel vor unserem Immunsystem – den Immunzellen kommen dort nicht mehr hin, da ja auch kein Blut mehr hinkommt! Ziel der Wurzelbehandlung ist es also, diese Kanäle so sauber wie möglich zu bekommen, damit sich ja keine Bakterien in ihnen vermehren können. Meistens wird nur der „Haupthohlraum“ des Endodonts mit Wurzelfüllmaterial abgefüllt. Das ist in der Regel ausreichend, denn wird bei einer guten Wurzelbehandlung sauber gearbeitet dann gelangen keine zusätzlichen Bakterien in das Wurzelkanalssystem. Durch anständig lange Spülung mit diversen Chemikalien werden zudem vorhanden Keime in den kleinen Seitengängen abgetötet. Durch Füllung der Hauptkanäle wird dann zusätzlich eventuell vorhandenen Restbakterien der Gar aus gemacht, denn sie werden von Nährstoffen abgeschnitten – der Zahn ist gerettet! Sauberes Arbeiten gelingt aber nur bei Verwendung von Kofferdam, sterilen Wurzelkanalinstrumenten und optischer Vergrößerung. Kommt nur ein wenig Speichel in den eröffneten Zahn so ist das Arbeitsgebiet wieder mit unzähligen Bakterien kontaminiert, denn im Speichel befinden sich sehr viele Bakterien. Deswegen sollte eine Wurzelbehandlung immer nur mit Kofferdam, Lupenbrille und sterilen Instrumenten erfolgen. Zudem muss der Hauptkanal gut homogen dicht bis zur Wurzelspitze abgefüllt werden. Erfolgt die Wurzelfüllung nicht bis zur Wurzelspitze, dann besteht die Gefahr, dass übrig gebliebene Bakterien sich wiederum vermehren können und so später eine Entzündung im Knochen verursachen. Die Qualität der Wurzelbehandlung wird mittels eines Röntgens oder Zahnfilm kontrolliert!

Solch eine Zahnnerv Entzündung (=Pulpitis) kündigt sich meistens mit einer beginnenden Empfindlichkeit gegenüber Kalt/Warm an und mündet dann in einen quälend pochenden Dauer Zahnschmerz. Der Zahn reagiert in diesem Stadium auf die kleinste Berührung. Häufig ist der Spuk nach einigen Tagen vorbei, Sie empfinden keine Schmerzen mehr, denn der Zahnnerv ist nun endgültig abgestorben! Trotz Beschwerdefreiheit gehört der Zahnnerv aber entfernt und eine gute Wurzelbehandlung durchgeführt, denn sonst kann es wie oben beschrieben zu einer Knocheninfektion kommen.

Gifteinlage – gut oder schlecht?

Unter einer Gifteinlage verstehen die Zahnärzte Chemikalien, die dem Zahnnerv schneller abtöten, damit die Schmerzphase beendet wird. Bakterien werden zwar auch abgetötet, aber auch der Knochen um die Zahnwurzel kann geschädigt werden. Eine Gifteinlage ist also schlecht, wieso wird sie dann gemacht? Nun die Erklärung ist simpel: Zeitproblem! Sie kommen mit Schmerzen in die Ordination, natürlich keine Terminsache, denn Schmerzen kündigen sich in der Regel nicht an. Um den Zahn nun schmerzfrei zu bekommen müsste eine gründliche Wurzelbehandlung erfolgen, für diese ist aber keine Zeit. Und so wird der Zahn einfach eröffnet und eine Gifteinlage eingelegt in der Hoffnung, dass sowohl Zahnnerv als auch Sie bis zum nächsten geplanten Termin eine Ruhe geben. Diesen Vorgang nennt man auch „unvollendete Wurzelbehandlung“ oder kurz WU. An sich ist eine WU nichts schlechtes, manchmal kann der Zahnnerv auch beim Wurzelbehandlungstermin nicht abgefüllt werden, Zwischenschritte sind dann sowieso notwendig. Die Gifteinlage sollte aber unterbeleiben, anstatt einer Gifteinlage sollte man eine medikamentöse Einlage wie z.B. CaOH – Kalziumhydroxyd verwenden! Sollte man also den Zahnnerv zuerst ziehen und gleich eine Wurzelbehandlung machen, oder doch zuerst den Zahnnerv medikamentös abtöten und dann später eine Wurzelfüllung durchführen? Generell gilt: Umso länger ein Zahnnerv offen und/oder unversorgt ist, umso schlechter ist die Prognose des Zahnes! Ebenso sollte der Zahn nicht einfach offen gelassen werden – im Speichel haben Sie hunderte von Bakterien, diese gelangen beim unverschlossenen Zahn ins Zahninnere und können nur mehr schwer entfernt werden. Die Wurzelfüllung sollte also so rasch wie möglich erfolgen, nur wenn der Kanal stinkt, nicht trocken zu bekommen ist, sind medikamentöse Einlagen sinnvoll.

Sie glauben, dass ein Zahn abgestorben ist, haben aber keine Schmerzen, außer einer Fistel merken Sie nichts – sollte eine Therapie erfolgen?

Eine Fistel im Mund ist eine Antwort Ihres Körpers auf eine chronische Infektion. Eine Fistel kann sich überall im Körper bilden, in Hartgeweben (z.B. Knochen) oder in Weichgeweben (z.B. Muskeln und inneren Organen). Ubi Pus, ibi evacuvave – wo Eiter ist, dort entleere ihn! Danach handelt nicht nur der Arzt, sondern auch unser Körper! Denkmodell – Sie haben eine chronische Infektion im Körper – z.B. im Knochen rund um die Zahnwurzel (z.B. aufgrund eines abgestorbenen Zahnes). Es bildet sich Eiter, der Körper versucht dieses „Eiternest“ zu entleeren, der Mediziner spricht von einem Abszess. Dabei wird das Gewebe, welches nach außen den Eiterherd – den Abszess – begrenzt zerstört, es bildet sich eine Eiterstraße zur Mundhöhle hin. Wird die Entzündung nicht gestoppt, dann organisiert sich die Eiterstraße zu einer Eiterfistel. Da der Körper die Infektion und somit auch die Eiterstraße „klein“ halten will, werden die Randbereiche der Eiterstraße mit speziellem Gewebe – sogenanntes Granulationsgewebe, ausgekleidet, es entsteht eben eine Fistel, rundherum ist das Gewebe soweit in Ordnung und Eiter kann abfließen. Eine Fistel ist also eine Art künstlich geschaffener Gartenschlauch von unserem Körper, um Eiter aus der Wunde nach außen – in dem Fall zur Mundhöhle – zu transportieren. Sie merken meistens einen Tippel am Zahnfleisch, bei Druck entleert sich Eiter! Eine Zahnfleisch Fistel ist also immer ein Zeichen das was nicht stimmt, belassen sollte man sie nicht, denn die Infektion schreitet voran und zerstört in unserem Beispiel weiterhin Knochen!

Nach all diesem Wissen, sollte man eigentlich nicht von einem „Zahnherd“ sprechen, besser wäre die Bezeichnung „Zahnarzt Herd”, oder „Patienten Herd”, denn die Zähne verursachen keine Herde! Der Volksmund versteht unter Herd eine Infektion oder eine Zyste und meint damit im genaueren eine Infektion. Auch Kieferzysten sind meist die Folge von solchen Knocheninfektionen (Knochenherden). Um all das zu vermeiden, sollte sorgfälltig und gründlich gearbeitet werden. Kofferdamm, Kofferdam, Rubberdam – egal wie Sie Ihnen nennen, eine Wurzelbehandlung gehört immer mit Kofferdam durchgeführt. Der Kofferdam ist eine Gummimembran, die vor der Wurzelbehandlung um den Zahn mithilfe einer Klammer angebracht wird. Der Kofferdam schützt das Arbeitsgebiet vor Speichel und Zunge. Im Speichel und auf der Zunge haben wir hunderte von Bakterien, somit ist es wichtig, dass das Arbeitsgebiet von diesen Bakterien zu isolieren – dies übernimmt der Kofferdam. Ohne Kofferdam kommt es immer wieder zu einer Kontamination des offenen Zahnes mit Speichel und somit mit Bakterien. Diese Bakterien verursachen häufig Jahre später Infektionen im Knochen, der im Bereich der Wurzelspitze ist. Häufig können sich auch Zysten – sogenannte radikuläre Zysten bilden. Eine Wurzelspitzenresektion und/oder eine Zystenentfernung sind dann die Folge! Durch den Kofferdam bleiben Ihnen solche Komplikationen erspart!

Wurzelbehandlung und dann doch wieder Schmerzen!

Wer kennt das nicht, da geht man mit Schmerzen zum Zahnarzt und dieser führt eine Wurzelbehandlung durch. Danach tut der Zahn aber noch immer weh! – ist das normal? Ja und nein! Für ca. 3 Tage können Sie den Zahn noch leicht spüren, leicht bedeutet mit den herkömmlichen Schmerzmitteln beherrschbar, an Intensität nicht zunehmend und kein pochender Schmerz – wieso kommt das? Nun der Grund ist folgender, bei der Wurzelbehandlung reinigt der Zahnarzt das Zahninnere mit speziellen langen Instrumenten, dabei kann es zu einer Knochenreizung an der Wurzelspitze kommen. Dies führt dazu, dass Sie den Zahn noch für ca. 3 Tage spüren können. Wann sollten Sie sofort wieder zu Ihrem Zahnarzt gehen? Nun, wenn der Schmerz in seiner Intensität zunimmt und/oder der Schmerz pochend und nicht dumpf ist und/oder wenn Sie Fieber/eine Schwellung entwickeln. Wenn die Schmerzen zunehmen und/oder Sie benötigen Schmerzmedikamente, dann ist in der Regel eine Komplikation bei der Wurzelbehandlung eingetreten. Mögliche Komplikationen einer Wurzelbehandlung sind:

  • nicht abfüllen aller Kanäle, dies geschieht vor allem bei Nichtverwendung von optischer Vergrößerung
  • nicht ganz abgefüllte Wurzelkanäle, dies geschieht meistens aufgrund von Zeitproblemen und/oder ungenauem Arbeiten
  • Kontamination des Wurzelkanalsystems durch zusätzliche Bakterien, dies geschieht vor allem bei Nichtverwendung von Kofferdam und/oder der Verwendung von unsterilen Instrumenten
  • Instrumentenbruch in einem Kanal, dies geschieht bei unsachgemäßer Lagerung und/oder zu häufiges verwenden der Instrumente

Sind Implantate nicht gleich die bessere Lösung, statt einer aufwendigen Wurzelbehandlung?

Immer wieder hört man Horrorgeschichten über „tote“ Zähne, also wurzelbehandelte Zähne. So nebenbei, es gibt keine „toten“ Zähne, der Zahn ist ein Mineral und somit immer „leblos“. Wir wissen nun, dass ein gut wurzelbehandelter Zahn ein Leben lang gute Dienste leisten kann! Wichtig ist auch die Versiegelung des Zahnes von der Krone her – z.B. durch ein Keramikinlay oder eine Krone. Sind die Kanäle also gut gesäubert und abgefüllt worden, die Zugänge zudem durch Inlay oder Krone versiegelt, dann hält der Zahn, eine Bakterieninvasion aus der Mundhöhle ist somit ausgeschlossen! In der Zahnmedizin geht es immer um Mikrospalten! Die Werkstoffe im Mund werden extrem belastet (kalt/warm/Druck/Feuchtigkeit). So bilden sich bei den herkömmlichen Füllwerkstoffen recht schnell kleine Mikro-Undichtheiten, wo Bakterien unbemerkt eindringen – eine gute Wurzelbehandlung kann so nach Jahren zunichte gemacht werden. Zwar kostet Sie eine Versorgung z.B. mit einer Krone anfangs mehr Geld – auf lange Sicht gesehen sparen Sie sich aber viel Geld! Liegen bei einem Zahn mehrere Probleme vor (Knochenabbau, stark gewundene Kanäle, Beherdung an der Wurzelspitze, große Füllung), dann kann der Aufwand so groß werden, oder steht in einem Missverhältnis zur Prognose, dass die Zahnentfernung und Implantation häufig die bessere Wahl ist. Sind Sie starker Raucher, stehen auf Kriegsfuße mit der häuslichen Mundhygiene, dann ist ein Zahnimplantat vermutlich nicht die bessere Wahl, man wird länger und intensiver um den Zahn kämpfen. Ob also eine Wurzelbehandlung oder ein Implantat Sinn macht, hängt letztendlich von Ihrer Anamnese ab und muss von Fall zu Fall überlegt werden. Nimmt sich Ihr Zahnarzt Zeit um all diese Faktoren mit Ihnen durchzugehen, dann sind Sie in guten Händen!

Wieso kommt es zu einer Wurzelspitzenresektion?

Ist die Knocheninfektion aufgrund z.B. einer schlechten Wurzelbehandlung schon zu groß, dann ist eine alleinige Reinigung des Zahninneren häufig nicht ausreichend. Das Entzündungsgeschehen hat eine Eigendynamik bekommen. Die Wurzelspitzenresektion ist dann eine mögliche Therapiealternative. Durch die Wurzelspitzenresektion wird nur das Entzündungsgewebe entfernt, die Ursache der Entzündung, nämlich der unsaubere Kanal wird nicht behandelt. Dies erfolgt entweder durch eine Revision der Wurzelbehandlung, diese wird häufig im Zuge der Operation durchgeführt-man spricht von einer Wurzelspitzenresektion mit orthograder Füllung, oder aber der Wurzelkanal wird von hinten her versiegelt – man spricht von einer Wurzelspitzenresektion mit retrograder Füllung. Wieso von hinten? Häufig ist eine Revision von der Zahnkrone her nicht mehr möglich z.B. bei Stiftzähnen, bei komplexer Wurzelkanal Anatomie, wenn dem Behandler bei der Wurzelbehandlung ein Wurzelkanalinstrument abgebrochen ist, usw., dann kann die Wurzel nur von hinten her versiegelt werden. Je nach Ausgangssituation kann solch eine Versiegelung zum Absterben der Restbakterien im Wurzelkanal führen, denn man schneidet die Bakterien von den Nährstoffen ab, der Zahn ist gerettet!

Folgen einer schlechten Wurzelbehandlung – Zyste?

Die Folgen einer schlechten Wurzelbehandlung können

  • eine radikuläre Zyste
  • eine Alveolitis
  • eine chronisch apikale Parodontitis

sein. Die radikuläre Zyste ist eine nicht seltene Komplikation einer schlechten WB. Durch den Entzündungsreiz im Knochen wird embryonales Restgewebe zum Wachstum stimuliert – eine Zystenbildung ist die Folge.

Macht eine Wiederholung (Revision) einer Wurzelbehandlung also Sinn?

Revision einer Wurzelkanalbehandlung bedeutet einen Zahn, der bereits Wurzelbehandelt wurde, neuerlich aufzuarbeiten. Ist ein Zahn unsauber wurzelbehandelt worden, dann kann dies auch nach Jahren zu wieder aufflackernden Problemen führen, z.B. einer Knochenentzündung. Der Patient merkt meistens sehr wenig, manche klagen über eine Klopfempfindlichkeit.
Die Ursachen solcher Misserfolge wären:

  • Persistenz von hartnäckigen Mikroorganismen nach der Erstbehandlung
  • Persistenz von Mikroorganismen aufgrund einer schlechten Erstbehandlung
  • unbehandelte Wurzelkanäle bzw. Wurzelkanalabschnitte
  • undichter Verschluss

Ziele der Revision ist die Erhaltung oder Wiederherstellung des Zahnes und Beseitigung klinischer Symptome durch erneute Aufbereitung und dauerhaft bakteriendichten Verschluss des Wurzelkanalsystems durch die Wurzelkanalfüllung. Die Erfolgsquote der Revisionen endodontischer Behandlungen wird in der Literatur mit etwa 60 bis 80% angegeben. Die Patienten sollten vor der Revision auf die eingeschränkte Erfolgsaussicht des Eingriffs hingewiesen werden. Die Revision ist in der Regel mit viel mehr Arbeit verbunden als die normale WB. Die meisten Pflichtversicherungen zahlen aber zu Recht nicht mehr, denn man hätte ja gleich beim ersten Mal gut arbeiten sollen. Deshalb werden Revisionen von vielen Ärzten ungern durchgeführt und es werden meistens gleich Wurzelspitzenresektionen und/oder Extraktionen angeboten. Zeit ist eben Geld – eine Revision ist natürlich mit höheren Kosten verbunden, als eine 08/15 Wurzelbehandlung. Rechnet man aber die Folgekosten und Folgeprobleme (Schmerzen, Krankenstand, private Einschränkungen) einer schlechten Wurzelbehandlung mit ein, dann zahlt sich ein Aufschlag von bis zu 1000€ allemal aus für eine gleich ordentliche Wurzelbehandlung! Je nach Land und Region verlangen Ärzte von 100€/Wurzelkanal bist 1000€/Wurzelkanal. So kann die Sanierung eines Backenzahnes mit drei Kanälen schnell einmal 500-3000€ kosten, ein Implantat mit Zahn kostet ebenfalls so viel, Ihre Beschwerden sind da nicht miteingerechnet! Es zahlt sich also allemal aus in eine gute Wurzelbehandlung zu investieren, es kommt Sie nicht nur billiger – es bleibt Ihnen auch Leid erspart! Noch besser ist es natürlich, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.

Wofür ist dann ein Stiftzahn?

Stiftzahn, Stiftkrone, Stumpfaufbau oder Stiftaufbau sind alles die gleichen Bezeichnungen für einen Zahn der mithilfe eines Wurzelstiftes aufgebaut wird. Ist ein Zahn sehr tief kariös zerstört, sodass eigentlich nur mehr die Wurzel übrig bleibt, dann kann mithilfe eines Stiftes, der in der Wurzel verankert ist, wiederum Retention für die Befestigung einer Zahnkrone geschaffen werden. Voraussetzungen für einen Stiftzahn sind

  • eine gute Wurzelbehandlung der restlichen Wurzel
  • guter Zustand der Zahnwurzel selbst

Heutzutage werden immer häufiger Wurzelstifte aus Glasfaser eingesetzt, früher fertigte man die Stifte aus Metall an. Die Kosten eines Stiftzahnes variieren zwischen 100€- 350€ in Europa, abhängig vom Material und Art der Verarbeitung.

Belsky

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